Erste Futtergabe und Vorbereitung für die AS-Behandlung

Die Aufnahme des Futters hat ungewöhnlich lange gedauert. Das traf besonders für Volk 2 und 3 zu.
Es könnte daran gelegen haben, dass der Zugang (hochgeklappte Folie) zum Futter in der aufgesetzten leeren Zarge zu klein war. Die Praxis verlangt die Ecke ca. 10×10 cm umzuklappen.
Die Futteraufnahme dauerte bis Freitag, 29.07.2022.
Am Samstag, 30.07.2022 wurden die Välker für die Behandlung mit Ameisensäure (AS) vorbereitet.
Im einzelnen wurden die Baurahmen entnommen. Anstelle des leeren Platzes wurde die äußere Futterwabe gerückt. Die leere Wabe wurde jeweils an den Rand gesetzt.
Das Absperrgitter wird nicht mehr gebraucht , deshalb wurde es entfernt.
Übrigens: Das Absperrgitter reinigt man am besten im Winter, weil das Wachs dann sehr spröde und brüchig ist.

Räuberei am Ablegerstand

Wenn Völker unterschiedlich stark sind (extreme Unterschiede in der Anzahl der Individuen im Volk), besteht besonders in der Zeit mit schwacher Trachtsituation die Gefahr des Räuberns. Dabei überfällt ein starkes Volk ein schwächeres, um an die Futtervorräte des schwachen Volkes zu kommen. Eine besondere Gefahr besteht für Ableger, die sich in der Flugnähe von Wirtschaftsvölkern befinden. Auch unterschiedlich strake Ableger stellen eine gewisse Gefahr für schwächere Ableger dar.
Die Räuberei wird durch Futtergaben am Tag gefördert. Deshalb gilt, dass nur spät am Abend gefüttert werden sollte.
An unserem Stand sind jedenfalls 2 schwache Völker „geplündert“ worden.
Das räubernde Volk konnte trotz Bestäubens der Eindringlinge mit Mehl nicht ausfindig gemacht werden.
Während eine Königin noch gerettet werden konnte, war es für die zweite leider zuspät.
Ein ausgeraubtes Volk ist kein schöner Anblick.
In dieser Jahreszeit wird es für die Bildung von Ablegern immer schwieriger, wenn nicht gar unmöglich.

2. /3. Dekade Juli

Abschleudern, Baurahmen entfernen, ggf. Futtergabe und Varroabehandlung


Mitte Juli ist die Trachtsituation eher bescheiden (das gilt für viele Standorte im Münsterland), und es wird Zeit abzuschleudern und die Völker langsam auf den Winter vorzubereiten.
Der Brutraum ist spätestens jetzt Tabu. Man sollte ohnehin nur in Ausnahmefällen Honigwaben aus den Bruträumen entnehmen. Die ausgeschleuderten Waben wurden für einen Tag aufgesetzt, damit sie repariert werden.
Um sie auslecken zu lassen, setzt man eine Leerzarge auf die Bruträume und darauf die ausgeschleuderten Waben. So erreicht man, dass der restliche Honig nach unten in die Bruträume getragen wird.
All die Tätigkeiten am Bienenstock müssen jetz schnell vollzogen werden. Nicht hecktisch aber zügig. Die einzelnen Schritte sollten gut vorbereitet sein. Es ist nicht die Zeit, einen Stock lange offen zu lassen. Die Gefahr heißt Räuberei!

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, die Baurahmen zu entfernen.
Die entstandenen Lücken (2. und 10. Wabe bei 11 Waben) werden geschlossen, indem man die Randwaben an das Wabenpaket rückt und die neuen, ausgebauten Waben, welche hinzukommen, jeweils an den Rand stellt.

Bei der Gelegenheit können einige Waben angehoben werden, um die Futtersituation im Volk zu prüfen. Es passiert nicht selten, dass Völker im Juli einfach verhungern, wenn man nicht aufpasst.
Altenativ zum Ziehen der Waben kann eine Gewichtskontrolle durch Anheben durchgeführt werden. Der erfahrene Imker mag nun schmunzeln, er gehört aber nicht vorrangig zur Zielgruppe dieses Blogs.

Eine Futtergabe schadet nicht. Das Futter – sofern man es selbst herstellt, besteht aus Zucker (normaler Raffinadezucker) und Wasser im Verhälnis 3 zu 2 (3 kg Zucker auf 2 Liter Wasser). Der Zucker muss vollständig aufgelöst sein. Das passiert bei Zimmertemperatur in 1-2 Tagen. Rühren beschleunigt den Auflösungsvorgang.
Wie füttern wir?
Das Absperrgitter wird nicht mehr gebraucht. Es kommt weg, Die Abdeckfolie wird an einer Ecke umgeklappt. So entsteht ein Dreieck, durch das die Bienen hindurchkommen. Eine Leerzarge wird aufgesetzt. Das Futtergefäß stellen wir (Theo und Theo) nun auf 3 Korken, um nicht unnötig Bienen unter der Folie durch das Gewicht des Futtergefäßes zu zerdrücken. Als „Krabbelhilfe“ haben wir 2 Brettchen aus einer Länge von 10 cm und 20 cm mit Kabelbindern als Scharnier verbunden. Der Scheitelpunkt dieser Konstruktion wird über das Futtergefäß gestellt und zur Öffnung mit der hochgeklappten Folie gedreht.
Das Futtergefäß ist eine Haushaltsschüssel, also ein beliebiges lebensmittelechtes Gefäß.
Auf der Oberfläche der Zuckerlösung werden Korken plaziert.
Sehr gut schwimmen Korken von Rotweinflaschen, die man selbst entkorkt hat. So ist jedenfalls meine Erfahrung.

Warroabehandlung
Die Beschreibung der Behandlung folgt.

Varroabelastung feststellen // Ergebnisse von Zählungen

Diese Tabelle wird regelmäßig gepflegt. Die alten Daten wurden zu Vergleichszwecken nachgetragen.

Datum / Zeitraum V1V2V3A1A2A3A4
04.07.22 / 1725
06.07.22 /36 h1022
07.07.22 / 36 h106
pro Tag (Summe/4)4,513,25
A L T E D A T E N
09.12.21-12.12.2142150150550
9.12.21 Oxalsäurebehandlung 3,5%
25.11.21-02.12.218128
31.10.21 – 07.11.21817870

Varroabelastung der Völker feststellen, um die nächsten Handlungsschritte festzulegen

Viele meiner Beiträge sind das Resultat telefonischer „Unterrichtseinheiten“ – so will ich die regelmäßigen Gespräche mit Udo nennen. So ist auch dieser Beitrag ein solches Ergebnis.

Der Leitgedanke ist es, jetzt Anfang Juli, zu ermitteln, wie es um die Völker hinsichtlich des Befalls mit Varroamilben steht.
In zwei bis drei Wochen wird nach der hier beschriebenen Praxis abgeschleudert.
Manche Imker warten damit bis Mitte August. Bis August zu warten liegt offtmals an der Erwartung, noch etwas mehr Honig zu ernten. Bei der hier beschriebenen Betriebsweise geht es darum, mit möglichst gesunden und starken Völkern in den nächsten Frühling zu starten. Es geht um die Vorbereitung auf die Überwinterung.
Nach dem Abschleudern – dabei werden die Honigräume leer gemacht- folg je nach zustand der Völker eine Futtergabe und die Varroabehandlung mit Ameisensäure.
An Alternativen Methoden wird intensiv geforsch und expirementiert. Bevor wir damit beginnen, muss das Wissen darüber bei uns (Theo &Theo) tiefer sein und die Praktikabilität gesichert sein.
Einstweilen wollen wir einige Tage beobachten, wieviele Milben pro Tag je Volk fallen.
Dazu verwenden wir wie gewohnt die Schieber, die in die Böden der Segeberger Beuten eingesetzt werden.
Die zusamenhänge zwischen dem Zeitpunkt der Einfütterung , der Behandlung und Umweiselung folgen. Einstweilen bin ich gespannt, wieviele Milben zu zählen sein werden.

Das Zählelen der Milben wird erleichtert, wenn die Schieber möglichst sauber sind. In diesem Bild sieht man, dass die Böden der Schieber mit Kunststoffplatten belegt sind. Diese Platten können herausgenommen werden und mit Wasser oder ggf. mit Brennspiritus gereinigt werden.

Ableger 2 weisellos

Am Samstag, dem 2.7.22 wurde festgestellt, dass Ableger 2 keine Königin hat.
Es ist keinerlei Brut vorhanden. Klopftest: negativ. Unruhig
Maßnahmen:
1. Aus Ableger 1, der sehr stark ist, eine Wabe mit Brut in allen Stadien hinzugegeben.
2. Behandlung mit Milchsäure

Überraschung bei der Messung des Wassergehaltes

Die folgende Tabelle zeigt die bereits in einem Artikel zuvor dargestellten Einzelergebnisse von Messungen pro Wabe. Bei einer Messung des verdeckelten Honigs konnte ich feststellen, dass der Wassergehalt in den verdeckelten Zellen überraschenderweise höher war als der der unverdeckelten Zellen. Die These, dass die gesamte Wabe verdeckelt sein sollte/müsste bevor man schleudert, kann zumindest für die zweite Schleuderung im Bienenjahr nicht aufrecht erhalten werden. Noch größer war die Überraschung, dass die Vorder- und Hinterseiten der Waben unterschiedliche Messerrgebnisse aufweisen.
Die Annahme, dass nur eine Wabe derlei Ergebnisse liefert, konnte durch weitere Messungen wiederlegt werden.
Fazit: Man schaue beim Messen sehr genau hin, wo und was man misst.

WabeVerdeckelungs-gradWabengew. bruttoWabengew.
leer
Wasser-gehaltVolk
Einheit%kgkg%
151,800,4017,51,1
2252,550,5016,01,1
3452,250,4015,51,1
4302,100,3515,51,1
5202,100,4015,51,1
6252,200,4015,51,1
7252,300,4016,01,1
8252,250,3516,51,1
9252,150,4016,01,1
10302,450,4015,51,1
11302,250,4516,01,1
Durchschn.262,220,4516,0 
Das sind Wete, die während des Schleuderns für jede Wabe ermittelt wurden.
Vei Wabe 7 gab es überraschende Ergebnisse. Der verdeckelte Honig hatte einen höheren Wassergehalt als der unverdeckelte.
Zur Methode der Datenerhebung. Die Wabe 7- hier beispielhaft dargestellt – war zu 25% verdeckelt. Der Wassergehalt der Verdeckelten Zellen ist 17%. Die unverdeckelten Zellen unmittelbar unter den Verdeckelten hatten den niedrigsten Wassergehalt mit 14,45% und Die Zellen am unteren Wabenrand hatten einen Wassergehalt von 16%.
Wabe 7

Wabenseite: Hinten,
Wassergehalt in %
Wabenseite: Vorne,
Wassergehalt in%
Verdeckelt18,5
17,0
Unterhalb der Verdeckelung15,0
14,5
Am unteren Wabenrand16,5
16,0
Wabe 7
Wabe 8

Wabenseite: Hinten,
Wassergehalt in %
Wabenseite: Vorne,
Wassergehalt in%
Verdeckelt17,5
18
Unterhalb der Verdeckelung16,0
15,5
Am unteren Wabenrand16,0
16,5
Wabe 8
Wabe 9

Wabenseite: Hinten,
Wassergehalt in %
Wabenseite: Vorne,
Wassergehalt in%
Verdeckelt16,5
18
Unterhalb der Verdeckelung18,0
16
Am unteren Wabenrand16,017
Wabe 9
Wabe 10

Wabenseite: Hinten,
Wassergehalt in %
Wabenseite: Vorne,
Wassergehalt in%
Verdeckelt17,5
18,0
Unterhalb der Verdeckelung18
17,0
Am unteren Wabenrand18,5
15,5
Wabe 10
Wabe 11

Wabenseite: Hinten,
Wassergehalt in %
Wabenseite: Vorne,
Wassergehalt in%
Verdeckelt18,5
18,5
Unterhalb der Verdeckelung17
18,5
Am unteren Wabenrand16
16,0
Wabe 11

Sommersonnenwende: Letzte Durchsicht

Die Faustregel lautet: Nach der Sommersonnenwende schwärmen Völker nicht mehr.
Diese Regel wird zumindest in Westfalen vielenorts angewendet.
Dieser Regel folgend haben wir die letzte Durchsicht (Schwarmkontrolle) von Volk 1 erledigt.
Die Völker 2 und 3 waren 11.6.22 schon unauffälig, was das Schwarmverhalten angeht.
Die Durchsicht wurde übersprungen, zumal am. 20.06.22 zum 2. mal geschleudert wird.
Richtig ist freilich, dass man nicht viel davon hat, wenn ein Schwarm am 19. abgeht und am 20. geschleudert wird. ;-))

Regelmäßige Durchsichten der Wirtschaftsvöllker

Bekanntermaßen müssen die Völker regelmäßig einer Durchsicht unterzogen werden. Im Frühlihg wird die Prozedur alle 7 Tage vollzogen. Spätestens am achten Tag muss! das fragliche Volk untersucht werden (wenn es nicht bereits zu spät ist). Das betrifft zumindest die hier beschriebene Betriebsweise.
die letzten Durchsichten habe ich nicht alle aufgelistet. Heute war jedenfalls vei Volk 1 und 3 höchste Zeit.
Mit der regelmäßigen Durchsich ist hier vor allem die Schwarmkontrolle gemeint. Warum sieben Tage? 3 Tage Eistadium, 5Tage als Made und dann wird die Königinnenzelle verdeckelt. Die Verdeckelte Königinnenzelle wird als Trigger zum Schwärmen verstanden.
Sehr schön erklärt das Dr. Pia Aumeier in ihren Video.
3 – 5 – 8, schon ist die Königin gemacht. Diese Faustformel sollte man sich merken.
Die Zusammenhänge sind sehr schön nachzulesen unter: https://www.bienenundnatur.de/.