Ableger 2 hat Königin aus Tausch vom 23.09.22 nicht angenommen

Am 29.09.22 sollte eine junge Königin in Ableger 2 eingesetzt werden.
Zur Überraschug waren mehrere (5-6) Weiselzellen vorgefunden worden. Das bedeutet, dass das Volk (Ableger 2) die getauschte Königin nicht angenommen hatte. Die am 23.09.22 eingesetzte Königin sollte ein befreundeter Imker bekommen. Die neue sollte in Ableger 2 als Reserve überwintert werden.
Nun ging der befreundete Imker leer aus.

Warum mussten die Weiselzellen herausgebrochen werden?
Um diese Jahreszeit ist es sehr, sehr unwahrscheinlich, dass die neue Königin noch begattet wird.
Die Drohnen wurden -was für sie sehr bitter ist- aus den Völkern zum herbst hin ausquartiert. (Die Männer haben es in der Bienenwelt nicht leicht)
Wenn eine Königin nicht begattet ist, droht Unheil für das Volk.
Weitere Informationen hier:
https://www.die-honigmacher.de/kurs5/seite_52200.html

Gewichte halbseitig am 30.08.22 erfasst

Volk 1: 13,5 kg
Volk 2: 13,1 kg
Volk 3: 13,3 kg

Die Gewichte müssen erfasst werden, damit die für unsere Gegend passende Futtermenge verabreicht wird. Das Zielgewicht für ein Volk auf 2 Zargen (Segeberger Kunststoffzarge) ist 16-17 kg halbseitig gewogen.

1. AS-Behandlung am 01.08.22

Am 1.8.22 begann die erste AS-Behandlung.
Zur Methode :
300 ml AS, 65%, appliziert im Nassenheider Professional Verdunster.
Die Behandlung soll innerhalb von 10 Tagen beendet sein. Dabei werden Täglich ca 30 ml Säure verdunstet.
(weitere Infos unter :https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/104406 , oder http://varroamilbe.de/bekaempfung-varroamilbe-ameisensaeure/
Die Behandlung wurde am Donnerstag, dem 4.8.22 unterbrochen, weil zu viele Bienen als Bart am Flugbrett hingen (Fachausdruck fehlt mir gerade). Hinzu kamen die Extremen Temperaturen in der Nacht und am nächsten Tag. Die Unterbrechung hat sich nicht negativ auf den Erfolg ausgewirkt.
Zum Ende der Behandlung am 10.08022 wurden bereits 200 Milben gezählt V1 200, V2 150 v3 200.

2. /3. Dekade Juli

Abschleudern, Baurahmen entfernen, ggf. Futtergabe und Varroabehandlung


Mitte Juli ist die Trachtsituation eher bescheiden (das gilt für viele Standorte im Münsterland), und es wird Zeit abzuschleudern und die Völker langsam auf den Winter vorzubereiten.
Der Brutraum ist spätestens jetzt Tabu. Man sollte ohnehin nur in Ausnahmefällen Honigwaben aus den Bruträumen entnehmen. Die ausgeschleuderten Waben wurden für einen Tag aufgesetzt, damit sie repariert werden.
Um sie auslecken zu lassen, setzt man eine Leerzarge auf die Bruträume und darauf die ausgeschleuderten Waben. So erreicht man, dass der restliche Honig nach unten in die Bruträume getragen wird.
All die Tätigkeiten am Bienenstock müssen jetz schnell vollzogen werden. Nicht hecktisch aber zügig. Die einzelnen Schritte sollten gut vorbereitet sein. Es ist nicht die Zeit, einen Stock lange offen zu lassen. Die Gefahr heißt Räuberei!

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, die Baurahmen zu entfernen.
Die entstandenen Lücken (2. und 10. Wabe bei 11 Waben) werden geschlossen, indem man die Randwaben an das Wabenpaket rückt und die neuen, ausgebauten Waben, welche hinzukommen, jeweils an den Rand stellt.

Bei der Gelegenheit können einige Waben angehoben werden, um die Futtersituation im Volk zu prüfen. Es passiert nicht selten, dass Völker im Juli einfach verhungern, wenn man nicht aufpasst.
Altenativ zum Ziehen der Waben kann eine Gewichtskontrolle durch Anheben durchgeführt werden. Der erfahrene Imker mag nun schmunzeln, er gehört aber nicht vorrangig zur Zielgruppe dieses Blogs.

Eine Futtergabe schadet nicht. Das Futter – sofern man es selbst herstellt, besteht aus Zucker (normaler Raffinadezucker) und Wasser im Verhälnis 3 zu 2 (3 kg Zucker auf 2 Liter Wasser). Der Zucker muss vollständig aufgelöst sein. Das passiert bei Zimmertemperatur in 1-2 Tagen. Rühren beschleunigt den Auflösungsvorgang.
Wie füttern wir?
Das Absperrgitter wird nicht mehr gebraucht. Es kommt weg, Die Abdeckfolie wird an einer Ecke umgeklappt. So entsteht ein Dreieck, durch das die Bienen hindurchkommen. Eine Leerzarge wird aufgesetzt. Das Futtergefäß stellen wir (Theo und Theo) nun auf 3 Korken, um nicht unnötig Bienen unter der Folie durch das Gewicht des Futtergefäßes zu zerdrücken. Als „Krabbelhilfe“ haben wir 2 Brettchen aus einer Länge von 10 cm und 20 cm mit Kabelbindern als Scharnier verbunden. Der Scheitelpunkt dieser Konstruktion wird über das Futtergefäß gestellt und zur Öffnung mit der hochgeklappten Folie gedreht.
Das Futtergefäß ist eine Haushaltsschüssel, also ein beliebiges lebensmittelechtes Gefäß.
Auf der Oberfläche der Zuckerlösung werden Korken plaziert.
Sehr gut schwimmen Korken von Rotweinflaschen, die man selbst entkorkt hat. So ist jedenfalls meine Erfahrung.

Warroabehandlung
Die Beschreibung der Behandlung folgt.

Varroabelastung der Völker feststellen, um die nächsten Handlungsschritte festzulegen

Viele meiner Beiträge sind das Resultat telefonischer „Unterrichtseinheiten“ – so will ich die regelmäßigen Gespräche mit Udo nennen. So ist auch dieser Beitrag ein solches Ergebnis.

Der Leitgedanke ist es, jetzt Anfang Juli, zu ermitteln, wie es um die Völker hinsichtlich des Befalls mit Varroamilben steht.
In zwei bis drei Wochen wird nach der hier beschriebenen Praxis abgeschleudert.
Manche Imker warten damit bis Mitte August. Bis August zu warten liegt offtmals an der Erwartung, noch etwas mehr Honig zu ernten. Bei der hier beschriebenen Betriebsweise geht es darum, mit möglichst gesunden und starken Völkern in den nächsten Frühling zu starten. Es geht um die Vorbereitung auf die Überwinterung.
Nach dem Abschleudern – dabei werden die Honigräume leer gemacht- folg je nach zustand der Völker eine Futtergabe und die Varroabehandlung mit Ameisensäure.
An Alternativen Methoden wird intensiv geforsch und expirementiert. Bevor wir damit beginnen, muss das Wissen darüber bei uns (Theo &Theo) tiefer sein und die Praktikabilität gesichert sein.
Einstweilen wollen wir einige Tage beobachten, wieviele Milben pro Tag je Volk fallen.
Dazu verwenden wir wie gewohnt die Schieber, die in die Böden der Segeberger Beuten eingesetzt werden.
Die zusamenhänge zwischen dem Zeitpunkt der Einfütterung , der Behandlung und Umweiselung folgen. Einstweilen bin ich gespannt, wieviele Milben zu zählen sein werden.

Das Zählelen der Milben wird erleichtert, wenn die Schieber möglichst sauber sind. In diesem Bild sieht man, dass die Böden der Schieber mit Kunststoffplatten belegt sind. Diese Platten können herausgenommen werden und mit Wasser oder ggf. mit Brennspiritus gereinigt werden.

Überraschung bei der Messung des Wassergehaltes

Die folgende Tabelle zeigt die bereits in einem Artikel zuvor dargestellten Einzelergebnisse von Messungen pro Wabe. Bei einer Messung des verdeckelten Honigs konnte ich feststellen, dass der Wassergehalt in den verdeckelten Zellen überraschenderweise höher war als der der unverdeckelten Zellen. Die These, dass die gesamte Wabe verdeckelt sein sollte/müsste bevor man schleudert, kann zumindest für die zweite Schleuderung im Bienenjahr nicht aufrecht erhalten werden. Noch größer war die Überraschung, dass die Vorder- und Hinterseiten der Waben unterschiedliche Messerrgebnisse aufweisen.
Die Annahme, dass nur eine Wabe derlei Ergebnisse liefert, konnte durch weitere Messungen wiederlegt werden.
Fazit: Man schaue beim Messen sehr genau hin, wo und was man misst.

WabeVerdeckelungs-gradWabengew. bruttoWabengew.
leer
Wasser-gehaltVolk
Einheit%kgkg%
151,800,4017,51,1
2252,550,5016,01,1
3452,250,4015,51,1
4302,100,3515,51,1
5202,100,4015,51,1
6252,200,4015,51,1
7252,300,4016,01,1
8252,250,3516,51,1
9252,150,4016,01,1
10302,450,4015,51,1
11302,250,4516,01,1
Durchschn.262,220,4516,0 
Das sind Wete, die während des Schleuderns für jede Wabe ermittelt wurden.
Vei Wabe 7 gab es überraschende Ergebnisse. Der verdeckelte Honig hatte einen höheren Wassergehalt als der unverdeckelte.
Zur Methode der Datenerhebung. Die Wabe 7- hier beispielhaft dargestellt – war zu 25% verdeckelt. Der Wassergehalt der Verdeckelten Zellen ist 17%. Die unverdeckelten Zellen unmittelbar unter den Verdeckelten hatten den niedrigsten Wassergehalt mit 14,45% und Die Zellen am unteren Wabenrand hatten einen Wassergehalt von 16%.
Wabe 7

Wabenseite: Hinten,
Wassergehalt in %
Wabenseite: Vorne,
Wassergehalt in%
Verdeckelt18,5
17,0
Unterhalb der Verdeckelung15,0
14,5
Am unteren Wabenrand16,5
16,0
Wabe 7
Wabe 8

Wabenseite: Hinten,
Wassergehalt in %
Wabenseite: Vorne,
Wassergehalt in%
Verdeckelt17,5
18
Unterhalb der Verdeckelung16,0
15,5
Am unteren Wabenrand16,0
16,5
Wabe 8
Wabe 9

Wabenseite: Hinten,
Wassergehalt in %
Wabenseite: Vorne,
Wassergehalt in%
Verdeckelt16,5
18
Unterhalb der Verdeckelung18,0
16
Am unteren Wabenrand16,017
Wabe 9
Wabe 10

Wabenseite: Hinten,
Wassergehalt in %
Wabenseite: Vorne,
Wassergehalt in%
Verdeckelt17,5
18,0
Unterhalb der Verdeckelung18
17,0
Am unteren Wabenrand18,5
15,5
Wabe 10
Wabe 11

Wabenseite: Hinten,
Wassergehalt in %
Wabenseite: Vorne,
Wassergehalt in%
Verdeckelt18,5
18,5
Unterhalb der Verdeckelung17
18,5
Am unteren Wabenrand16
16,0
Wabe 11

Regelmäßige Durchsichten der Wirtschaftsvöllker

Bekanntermaßen müssen die Völker regelmäßig einer Durchsicht unterzogen werden. Im Frühlihg wird die Prozedur alle 7 Tage vollzogen. Spätestens am achten Tag muss! das fragliche Volk untersucht werden (wenn es nicht bereits zu spät ist). Das betrifft zumindest die hier beschriebene Betriebsweise.
die letzten Durchsichten habe ich nicht alle aufgelistet. Heute war jedenfalls vei Volk 1 und 3 höchste Zeit.
Mit der regelmäßigen Durchsich ist hier vor allem die Schwarmkontrolle gemeint. Warum sieben Tage? 3 Tage Eistadium, 5Tage als Made und dann wird die Königinnenzelle verdeckelt. Die Verdeckelte Königinnenzelle wird als Trigger zum Schwärmen verstanden.
Sehr schön erklärt das Dr. Pia Aumeier in ihren Video.
3 – 5 – 8, schon ist die Königin gemacht. Diese Faustformel sollte man sich merken.
Die Zusammenhänge sind sehr schön nachzulesen unter: https://www.bienenundnatur.de/.

Varroabekämpfung

Methoden der Varroabekämpfung am Ableger und Kunstschwarm

Milchsäure
Ein Ableger kann, solange er brutfrei ist, mit Milchsäure behandelt werden. Dabei wird 15%ige Michsäure mithilfe eines Sprühkofes, der auf eine Säureflasche geschraubt wird, auf die Bienen gesprüht. 2-3 Sprühstöße aus 30-40 cm werden pro Wabenseite appliziert.
Wenn bereits unverdeckelte Brut vorhanden ist hält man die Waben 30-45 ° von der Sprüflasche weggedreht, um nicht direkt auf die Brut zu sprühen. Die Faustformel sagt: 3 Behandlungen ín 7 Tagen


Methoden der Varroabekämpfung am (Wirtschafts-)Volk

Baurahmen
Ameisensäure
Oxalsäure
( Inhalt wird später nachgetragen)

Volksdurchsicht, Vorgehen nach Theo

Es erleichtert die Arbeit mit den Bienen, wenn man genügend (Material) Beuten, Deckel und Böden zur Verfügung hat.
So bereite ich mir einen Boden mit zwei leeren Zargen vor, bevor ich mit der Durchsicht beginne.
Die Auflageleisten für die Waben behandele ich mit Apilanol, was das Verkleben und Verbauen untgerdrückt. Auch lassen sich so ganze Päckchen von Waben wegen des Schafsfettes leicht im Ganzen verschieben.
Der Honigraum mit Deckel wird zu Seite gestellt. Die mittlere „Etage“ wird ebenfalls zur Seite gestellt. Ich stelle die mittlere Beute auf eine Platte, damit nicht zu viele Bienen herumkrabbeln. Der unabsichtliche Verlust der Königin wird so vermindert.
Den Boden mit der unteren „Etage“ stelle ich mir ganz in die Nähe der ursprünglichen Position. Nun wird der vorbereitete Boden exakt auf die ursprüngliche Position des Volkes gestellt.
Jetzt können die Waben nacheinander durchgesehen und umgehängt werden.
Falls notwendig, kann man die Bienen von den Waben in die sich zunehmend füllende Zarge abstoßen.
Zum Abstoßen kann auch eine Wanne oder ein großer Eimer o.ä. benutzt werden.
Die Bienen werden abschließend auf die Waben „geschüttet“.
Nach der ersten Zarge (Etage) folgt die zweite. Und schließlich der Honigraum.
Der Honigraum wird allerdings im Ganzen aufgesetzt.
Vorsicht!!!! Absperrgitter nicht vergessen. (Gut, dass Theodor aufmerksamer als ich war)

Die leer gewordenen Zargen werden gereinigt und stehen wieder zur Verfügung.

„Halbseitig wiegen“

Was ist damit gemeint?
Man betrachte das Bild weiter unten und man wird auf Anhieb verstehen, was gemeint ist.
Hängt man in die Schlaufe aus einem Spanngurt, Strick o ä, die unter dem Boden des Stocks hindurchgezogen ist, eine Kofferwaage ein und zieht die Waage bis zu einem leichten Kippen des Stockes auffwärts, hat man die Hälfte des Gesamtgewichts des Stockes ermittelt.
Das abgelesene Gewicht nehme man mal zwei und Fertig ist die Gewichtermittlung.
Man achte darauf, dass die Kofferwaage frei hängt und keinen Kontakt mit dem Stock hat. Beachtet man diese Selbstverständlichkeit nicht, kommt es zu Fehlmessungen.
Das So ermittelte Gewicht ist beispielsweise bei der Einfütterung wichtig.

Schlaufe aus einem Rest eines Roladengurtes zum eingängen in eine Kofferwaage
Darstellung des Prinzips des halbseitigen Wiegens